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The Times of Harvey Milk

Länge:
88 min.
Herstellungsjahr:
1984
Land:
USA
Regie:
Darsteller/Mitwirkende:
Harvey Milk
Harvey Fierstein
Produktionsfirma:
Telling Pictures
Berlinale Sektion:
Panorama
Berlinale Kategorie:
Dokumentarfilm

Epsteins Film dokumentiert das politische Klima und die Homophobie, die 1978 zur Ermordung des schwulen Bürgerrechtlers Harvey Milk in San Francisco führten: „In der von Schwulen geprägten Nachbarschaft um die Castro Street bildet sich ein Selbstbewusstsein der früher ,unsichtbaren‘ Min­der­heit. Leute, die sich früher wegen ihres ,Andersseins‘ versteckten, finden den Mut, öffentlich aufzutreten. Unter ihnen wird Harvey Milk zur charismatischen Persönlichkeit … bis er, im November 1978, von einem Reprä­sen­tanten der keineswegs schweigenden Mehrheit – die sich hier ein erstes Mal überstimmt sieht – kaltblütig ermordet wird.“ (Manfred Salzgeber)

Der Film dokumentiert die politische Karriere von Harvey Milk. Milk wuchs in den 30er Jahren in New York auf, arbeitete als Offizier und als Börsenmakler und ließ sich Anfang der 1970er Jahre nach einer Phase als Hippie und Anti-Vietnam-Demonstrant in San Francisco nieder. Dort eröffnete er in der Castro-Street ein Fotogeschäft und setzte sich vor allem für die Rechte der Schwulen ein. Harvey Milk war überzeugt davon, dass sich Homophobie und Rassismus überwinden lassen, wenn sich die Minderheiten verbünden und politische Ämter mit aufgeklärten Menschen besetzt werden. So kandidierte er mehrfach als bekennender Schwuler für den Stadtrat und wurde 1977 von den Einwohnern San Franciscos in das einflussreiche Amt gewählt. 1978 gelang es ihm einen Volksentscheid herbeizuführen, der das Berufsverbot von homosexuellen Lehrern aufhob.
Harvey Milk wurde, zusammen mit dem Bürgermeister George Moscone, von seinem Widersacher und Kollegen Dan White erschossen. Noch in derselben Nacht versammelten sich über 45.000 Menschen in der Castro-Street und marschierten schweigend zum Rathaus.
Rob Epsteins eindringlicher Dokumentarfilm basiert auf Interviews, Fernsehreportagen, Zeugenberichten und Archivmaterial und wurde 1985 als bester Dokumentarfilm mit einem Oscar geehrt.

BIOGRAFIE Rob (Robert) Epstein

Rob Epstein wurde am 6. April 1955 in New Brunswick, New Jersey, geboren. Der Dokumentarfilmer wurde bekannt mit dem Film The Times of Harvey Milk, der einen entscheidenden Wendepunkt im politischen Kampf Homosexueller markierte. Nach seiner Mitwirkung an Word is Out realisierte er als Regisseur und Produzent zahlreiche Dokumentarfilme für das Fernsehen. Epstein war Dozent an der Tisch School of the Arts an der New York University und ist inzwischen ordentlicher Professor am Media Arts Department des California College of the Arts. 

FILMOGRAFIE Rob (Robert) Epstein (Auswahl)

2019 Linda Ronstadt: The Sound of My Voice (Dokumentation)  2019 State of Pride (Dokumentation)  2018 Endspiel (Kurzdokumentation)  2014 The Oscars (TV Movie Dokumentation)  2013 Linda Lovelace - Pornostar  2010 Howl  2006 Ten Days that unexpectedly Changed America: Gold Rush (TV-Dokumentation)  2002 Crime & Punishment (TV-Serie)  1999 Paragraph 175  1995 The Celluloid Closet  1986 The AIDS Show  1984 The Times of Harvey Milk  1977 Word is Out: Stories of Some of Our Lives 

Rob Epstein IMDb
Trailer

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