Filme A bis Z
Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse
- Länge:
- 151 min.
- Herstellungsjahr:
- 1984
- Land:
- Federal Rep. Germany
- Regie:
- Darsteller/Mitwirkende:
- Veruschka von Lehndorff
Delphine Seyrig
Tabea Blumenschein
Toyo Tanaka
Irm Hermann
Magdalena Montezuma - Produktionsfirma:
- Berlinale Sektion:
- Retrospektive
Frau Dr. Mabuse, Herrscherin über einen internationalen Pressekonzern, will zum Zwecke der Auflagensteigerung eine Kunstfigur kreieren, die zunächst alle Träume der Leserschaft erfüllt, um sie dann vor deren Augen zu vernichten. Ihre Wahl fällt auf Dorian Gray. Dr. Mabuse führt den reichen, narzisstischen Dandy in die Oper aus, wo er sich in die Sängerin Andamana verliebt. Auch auf dem Presseball und einer Weltreise durch die Unterwelt macht er eine glänzende Figur – und Dr. Mabuse mit der Berichterstattung hohe Profite. Doch dann wendet sich der moderne Homunkulus gegen seine Schöpferin … Anders als ihr androgyner Held im Film hat Ulrike Ottinger die Vorlesung über „Subversive Ästhetik“ nicht verpasst: In ihrer futuristischen Medientravestie verbindet sie Avantgardekunst und Triviales, Underground und Weltkulturen, Videotechnik und Voodoo zu einem Welttheater, in dem geschlechtliche und sozial verfestigte Rollenzuschreibungen immer wieder lustvoll konterkariert werden. Ottinger hierzu 1984: „Für mich würde eine emanzipierte Gesellschaft darin bestehen, dass sie keine Rollenerwartungen mehr an irgend jemanden stellt. Dann käme es auch nicht zur Diffamierung von Minoritäten.“
BIOGRAFIE Ulrike Ottinger
Geboren 1942 in Konstanz. Sie lebte 1962-68 als Malerin und Fotografin in Paris, gründete 1969 in Konstanz den Filmklub „Visuell“, den sie bis 1972 leitete, sowie „galeriepress“ (Galerie und Edition). Seit 1973 lebt Ulrike Ottinger in Berlin. Neben ihrer Filmarbeit inszeniert sie Opern- und Theaterstücke und ist mit Fotoausstellungen international präsent.
FILMOGRAFIE Ulrike Ottinger (Auswahl)
2019 Paris Calligrammes
2016 Chamissos Schatten
2012 Ulrike Ottinger - die Nomadin vom See
2011 Unter Schnee
2008 Die Koreanische Hochzeitruhe
2007 Prater
2004 12 Stühle
2002 Südostpassage
1997 Exil Shanghai
1992 Taiga. Eine Reise ins nördliche Land der Mongolen
1990 Countdown
1989 Johanna d'Arc of Mongolia
1987 Usinimage
1986 Superbia
1985 China. Die Künste
1984 Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse
1981 Freak Orlando
1979 Bildnis einer Trinkerin
1977 Madame X - Eine absolute Herrscherin
1975 Die Betörung der Blauen Matrosen
1973 Laokoon & Söhne
1973 Berlinfieber
Ulrike Ottinger IMDb
Website von Ulrike Ottinger
