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Fig Trees

Länge:
100 min.
Herstellungsjahr:
2008
Land:
Kanada
Regie:
Darsteller/Mitwirkende:
Van Abrahams
David Wall
Deborah Overes
Ezra Perlman
Denise Williams
Ian Funk
Jesse Nishita
Mark Hartmeier
Stephen Chen
Justin Bacchus
Ashton Williams
Stephen McClare
Jennifer Moore
Richard Fung
Produktionsfirma:
Greyzone Ltd
Berlinale Sektion:
Panorama
Berlinale Kategorie:
Dokumentarfilm
Teddy Award:
Best Documentary/ Essay Film

Eine dokumentarische Oper über den Kampf zweier Aids-Aktivisten: des Kanadiers Tim McCaskell und des Südafrikaners Zackie Achmat. Beide haben sich vehement für die Bereitstellung von Medikamenten bei der Aids-Be­hand­lung eingesetzt – in John Greysons Film stehen ihnen dabei Gertrude Stein, ein singendes Albino-Eichhörnchen und die heilige Teresa von Ávila zur Seite.
Nichtsdestotrotz basiert FIG TREES auf wahren Geschichten. Tim McCaskell hat sich mehr als 20 Jahre lang in Toronto für die Aids-Aufklärung und für die Anliegen der Homosexuellen engagiert. 1999 trat in Johannesburg der an Aids er­krank­te Aktivist Zackie Achmat in einen Behandlungsstreik: Er wolle erst dann wieder Medikamente einnehmen, wenn sie allen kranken Süd­afrika­nern zur Verfügung stünden. Dieser symbolische Akt sorgte internatio­nal für Aufsehen. Aus seiner privaten Treatment Action Campaign wurde eine lan­­desweite Bewegung, während sich Zackie Achmats Gesund­heits­zu­stand zusehends verschlechterte …
Dokumentarische Interviews und Ansprachen der beiden, Aufnahmen von Pressekonferenzen und Demonstrationen hat John Greyson neu geschnitten, mit Musik unterlegt und in eine opernhafte Szenerie verwandelt. Zu­gleich verknüpft er den authentischen Kampf der beiden Aids-Aktivisten ge­gen die Behörden und die Pharmaindustrie mit einer surrealistischen Hand­lung, in deren Zentrum Gertrude Stein steht: Sie will eine tragische Oper über Achmat und McCaskell und ihr heiligenmäßiges Heldentum schrei­­ben. Zu diesem Zweck entführt sie die beiden, verschleppt sie an die Niagarafälle und zwingt sie dazu, komplizierte Avantgarde-Arien zu schmettern. Auch diese sind authentisch, stammen sie doch aus Gertrude Steins am­bitioniertem Musikwerk „Four Saints in Three Acts“.

BIOGRAFIE John Greyson

Der kanadische Film- und Videokünstler wurde 1960 in Nelson geboren. Er studierte Film am Canadian Film Center und realisierte bereits über 60 preisgekrönte Spielfilme, Installationen, transmediale Arbeiten und Kurzfilme. 1989 erhielt er einen Teddy Award für Urinal, 1991 einen weiteren für The Making of Monsters. In seinen Arbeiten verbindet Greyson dokumentarische und fiktionale Elemente und verhandelt Themen wie queeren Aktivismus, homophobe Gewalt, Aids-Aktivismus, Anti-Apartheid, Friedensbewegungen, Konflikte in Nahost, Polizeikorruption oder Überlegungen zur Abschaffung von Gefängnissen. Seit 2014 unterrichtet er Filmproduktion an der York University in Toronto.

 

FILMOGRAFIE John Greyson (Auswahl)

2021 International Dawn Chorus Day  2020 Auterson Clock  2020 Prurient  2018 Towel   2018 Gazonto  2017 Memurial  2011/2012 Teddy Kurzfilmrolle 2012  2011 Green Laser  2010 Rex Vs. Singh  2010 Covered  2008 Fig Trees  2007 Orange Clouds   1997 Uncut  1993 Zero Patience  1990 The Making of Monsters  1988 Urinal 

John Greyson@IMDb
Interview

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